Kaiserliche Schnecken aus Pirna

Die Verzahnung & Metallbearbeitung Kaiser GmbH ist ein Pirnaer Familienunternehmen, das im kommenden Jahr sein 40jähriges Jubiläum begeht. Heute arbeitet das Unternehmen für über 1.000 Kunden und zählt dabei auf die Energieversorgung der EVP.

Schnecken sind normalerweise weich, klein und langsam. Bei den Schnecken von Rico Kaiser sieht das ganz anders aus – denn die sind aus hartem Metall, groß, geschliffen und drehen sich in Windeseile in Waschmaschinen, Rolltreppen und Baggern, um diese Boliden zum Laufen zu bringen.
Der gelernte Meister ist seit neun Jahren verantwortlich für die „Verzahnung & Metallbearbeitung Kaiser GmbH“ und damit in die Geschäftsführer-Fußstapfen seines Vaters getreten. Heute stellt das Pirnaer Unternehmen neben Gewindeschnecken in unterschiedlicher Größe auch Getriebegehäuse, Wellen, Zahnstangen sowie Kegel- und Zahnräder her. Die Historie des Unternehmen begann vor fast 40 Jahren – und das mit einem einzigen Produkt.
1976 gründete Schlossermeister Dieter Kaiser den Betrieb, der in der Folgezeit als einziges Unternehmen der DDR Kupplungen für das sowjetische Auto Lada produzierte. Mit der Wende kam jedoch wie für viele Betriebe das Ende, da Lada auf dem Automarkt nicht konkurrenzfähig war und damit die hergestellten Teile nicht mehr benötigt wurden. Ein Neuanfang musste her, um den Betrieb weiter aufrechtzuerhalten. „Mein Vater machte aus der Not eine Tugend und besann sich auf das, was er gelernt hatte…“, erzählt sein Sohn heute, „… und das war Metallverarbeitung.“

Die Texter der Texterkolonie aus Leipzig und Berlin unterwegs für die Stadtwerke Pirna
Die Texter der Texterkolonie aus Leipzig und Berlin unterwegs für die Stadtwerke Pirna

Schlosser bleib‘ bei den Leisten

So spezialisierte sich der Familienbetrieb ab 1990 auf hochwertige Lohnfertigung im Bereich Drehen und Fräsen. Stück für Stück ging es anschließend wieder bergauf. Seit dem Umzug 1999 wird in einer ehemaligen Bullenmastanlage der DDR in Pirna Pratzschwitz nun Rohmaterial gefräst, gedreht, geschweißt und verzahnt. 2001 zählte die Firma 20 Mitarbeiter – und einer davon war Rico Kaiser. „Ich bin immer mehr in die Prozesse der Produktion hineingewachsen“, blickt er zurück. „Irgendwann verstand ich die Abläufe in allen Bereichen immer besser, sodass ich dann 2007 den Posten als geschäftsführender Gesellschafter der neu gegründeten „VMK Verzahnung & Metallverarbeitung Kaiser GmbH“ übernehmen konnte.“ Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Investition in hoch-komplexe CNC-Maschinen, um den bestehenden Kundenstamm weiterhin bedienen und neue Kunden von der Qualität und Zuverlässigkeit aus Pirna überzeugen zu können – und das hatte Erfolg. So schenken mittlerweile auch renommierte Unternehmen wie Bosch, Miele und Siemens dem Zulieferer aus Sachsen das Vertrauen.

Die Texter der Texterkolonie aus Leipzig und Berlin unterwegs für die Stadtwerke Pirna

1.000 Kunden aus vielen Branchen

Rico Kaiser arbeitet mit seinem Unternehmen für über 1.000 Kunden aus unterschiedlichen Branchen in Deutschland und Österreich. „Wir haben uns bewusst breiter aufgestellt, um auf wirtschaftliche Schwankungen besser reagieren zu können“, deutet er das Erfolgsrezept kurz an. Auf der einen Seite die Verzahnung und Herstellung von Bauteilen , auf der anderen das Drehen und Fräsen von Armaturn. Im Krisenjahr 2009 zahlte sich das erstmalig aus, in dem der Betrieb weniger heftig geschüttelt wurde als mancher Wettbewerber. „Eine weitere große Stärke ist außerdem, dass wir Produkte herstellen, die vielseitig einsetzbar sind. Das macht uns für viele Auftraggeber attraktiv – zum Beispiel aus der Landwirtschaft und der Automobil-Industrie. Denn wir stellen mit unseren Schnecken das Herzstück jedes Getriebes her“, betont Herr Kaiser.

Die dritte Generation wächst heran

Der Betrieb wächst und gedeiht kontinuierlich – und das mit einem klaren Ziel: „Wir möchten die Qualität halten und uns zukunftsorientiert weiterentwickeln.“ Um die Jahresaufträge abzuarbeiten und flexibel auf Kundenanfragen reagieren zu können, besteht die Belegschaft aus insgesamt 50 Facharbeitern, die an hochmodernen Maschinen mit hohen technischen Standards im Zwei- bzw. Drei-Schicht-System beschäftigt sind. Jedes Jahr werden dazu zwei Azubis ausgebildet, die in aller Regel übernommen werden.
Auch die Unternehmensnachfolge ist bereits geplant. Da der Sohn von Rico Kaiser an der TU Dresden Maschinenbau studiert, wird das Familienunternehmen wohl in der dritten Generation in des Kaisers Händen bleiben, um weiter am Erfolg zu drehen und zu schleifen. Dabei zählt das Pirnaer Familienunternehmen auch auf die Energie der Energieversorgung Pirna, die seit mehreren Jahren ein zuverlässiger Partner sind und dabei helfen, die kaiserlichen Schnecken aus Pirna am Rotieren zu halten.

Sie mögen Storytelling? Dann lesen Sie weitere Storys der Texterkolonie: