Wenn große Themen auf konkrete Projekte treffen
Jahrbücher haben hin und wieder ein Image-Problem. Zu oft lesen sie sich wie Pflichtübungen in Selbstdarstellung – brav und vollständig. Das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen wollte es anders: Ein Jahrbuch als intellektuelles Schaufenster, das die Bandbreite seiner Arbeit sichtbar macht, ohne als Katalog wahrgenommen zu werden.
Das ifa – Institut für Auslandsbezieungen setzt sich weltweit für Freiheit in Kunst, Forschung und Zivilgesellschaft ein. Es gibt Aktivisten, Künstlern und Wissenschaftlern eine Stimme, fördert Kooperationen und baut Netzwerke auf. Eine komplexe, vielschichtige Arbeit, die nach ebenso durchdachter Kommunikation verlangt.
Biennale, Ukraine, New Nationalism: herausfordernde Themenvielfalt
Der übergeordnete Leitgedanke lautete „Demokratische Resilienz“. Unter diesem Dach verschiedene Themen statt, beispielsweise Kultur als Waffe und Widerstand im Ukraine-Konflikt, die Online-Plattform qantara.de als Brückenbauerin zwischen den Welten oder die Wanderausstellung EVROVIZION, die Ko-Kreation nicht nur behauptet, sondern praktiziert. Außerdem: das ifa auf der Biennale in Venedig, Studien über New Nationalism und deutsche Minderheiten im Ausland.
Jeder Beitrag sollte große gesellschaftliche Fragen mit konkreten ifa-Projekten verknüpfen.

Ein Beispiel: qantara.de
Die Plattform ermöglicht seit 2003 Dialog zwischen westlichen und islamisch geprägten Kulturen. Klingt wichtig, bleibt aber abstrakt. Die eigentliche Frage lautete: Wie macht man sichtbar, was transnationale Dialoge in der Praxis bedeuten? Wie zeigt man Wirkung, ohne in Allgemeinplätze zu verfallen?
Unsere Lösung: Wir rückten nicht die Plattform selbst in den Mittelpunkt, sondern drei zentrale Wirkungsdimensionen.
1. Wahrheit bewahren: Wenn etwa Mazin al-Balkhi von der Internationalen Kommission für Vermisste Personen (ICMP) über die systematische Aufarbeitung von Massengräbern in Syrien spricht, wird deutlich, dass Dokumentation der erste Schritt zur Wiederherstellung von Gerechtigkeit ist.
2. Zivilgesellschaft stärken: Wenn Bürger in Idlib mutig gegen islamistische Milizen protestieren, zeigt sich, dass Demokratie nicht durch Übernahme, sondern lokal, aus dem Mut Einzelner entsteht.
3. Brücken bauen: Wenn syrische Künstler im Exil ihre Identität neu verhandeln, wird Kultur zum Werkzeug der Emanzipation.
Mehr als Formulierungskunst
Im Projekt haben wir einmal mehr festgestellt, wie wichtig es ist, erst zu verstehen und dann zu schreiben. Nur so konnten wir die Verbindung zwischen den großen gesellschaftlichen Fragen und den konkreten Projekten des Instituts herstellen.
Das variable, konzeptionell-künstlerische Format des Jahrbuchs bot dabei viel kreativen Spielraum und forderte gleichzeitig unsere konzeptionellen Fähigkeiten heraus. Denn es galt nicht nur zu texten, sondern auch mitzudenken, wie sich komplexe Inhalte ansprechend darstellen lassen.
Trotz der knappen Umsetzungszeit entwickelten wir gemeinsam mit dem ifa-Team nicht nur reine Texte, sondern Ideen, wie sich die verschiedenen Beiträge optimal in das künstlerische Gesamtkonzept einbetten lassen. New Nationalism wurde nicht als Studie referiert, sondern in den Kontext aktueller Debatten eingebettet. Die Biennale haben wir nicht nur beschrieben, sondern als Reflexionsfläche für Fragen nach kultureller Repräsentation genutzt.
Wenn große Themen lesbar werden
Trotz der knappen Umsetzungszeit entwickelten wir gemeinsam mit dem ifa-Team nicht nur reine Texte, sondern Ideen, wie sich die verschiedenen Beiträge optimal in das künstlerische Gesamtkonzept einbetten lassen. New Nationalism wurde nicht als Studie referiert, sondern in den Kontext aktueller Debatten eingebettet. Die Biennale haben wir nicht nur beschrieben, sondern als Reflexionsfläche für Fragen nach kultureller Repräsentation genutzt.
