Der MDR feierte im Juni 20-jähriges Jubiläum. Als wichtigster Sender für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat er seit der Abwicklung des DDR-Rundfunks einiges erlebt und noch mehr zu erzählen. Denn kurz nach der Wende war der 3-Länder-Sender beschlossene Sache, die technischen Voraussetzungen forderten jedoch einiges an Pioniergeist, Einfallsreichtum und Idealismus. Heute sieht es natürlich anders – und viel besser – aus: hervorragend ausgestattete Studios und starke redaktionelle Arbeit machen den MDR zum wichtigsten dritten Programm der ARD. Grund genug, solch eine Entwicklung zum 20. Jahrestag einmal zu feiern.
Unter anderem sollten große Ausstellungstafeln über die verschiedenen Formate und Verantwortlichen aller drei Länder informieren. Der MDR trat auf die Texterkolonie zu, um die notwendige aufwändige Textarbeit zu realisieren. Dabei stand das Konzept der Tafeln bereits: pro Thema sollte ein Bildpaar gezeigt werden, dass eine Situation damals und heute illustrierte. Die Vorgaben waren also bereits in Stein gemeißelt, und der Text sollte sich nahtlos einfügen können.
Um dieses Paar-Prinzip auf den Text zu übertragen, arbeitete die Texterkolonie an den flankierenden Infotexten und entwickelte außerdem eine Dualitätsmechanik für alle Headlines der Tafeln. Sie sollten die Zusammengehörigkeit der Bilder unterstreichen und zugleich zum Weiterlesen motivieren. Damit konnte der Text das Gesamtkonzept weiter stützen und ausbauen.
Beispiele:

Text zum MDR auf der Buchmesse (Bildpaar 1):
Ein Tisch, ein Stuhl, eine Zimmerpflanze
In einer Buchstadt wie Leipzig muss ein Sender am literarischen Puls der Zeit bleiben. So berichtete MDR Kultur bereits im Jahr 1993 über die buchstäblich besten Seiten aus Prosa, Lyrik und Sachbuch. Mit eigenem Stand und dem angrenzenden Hörfunkstudio produzierte der MDR Live-Sendungen direkt vor Ort. „Stand“ bedeutete damals: auf 24 m² ein Tisch, ein Stuhl sowie die Zimmerpflanze aus der Redaktion – fertig. Mit dieser übersichtlichen Ausstattung gelang es, über das Geschehen auf der Buchmesse zu informieren, interessante ostdeutsche Autoren zu präsentieren und die Situation des Buchhandels in den Neuen Bundesländern zu beleuchten. Schon damals stand der Anspruch im Vordergrund, Autoren aus Literatur, Politik und Zeitgeschehen vorzustellen.
Eine Messe, ein Festival, ein Event
Der MDR ist mit der Buchmesse gewachsen, und aus den 24m2 sind satte 1.000 m2 geworden, die MDR und ARD gemeinsam belegen. Auf dieser riesigen Fläche in der Glashalle der Leipziger Messe begleiten die Redakteure der kulturprägenden Programme MDR FIGARO und „artour“ ihre Hörer und Zuschauer durch das Messegeschehen. Überhaupt sind alle Direktionsbereiche des MDR in der Buchmesse redaktionell involviert, sodass bekannte deutsche und internationale Autoren gerne zum Gespräch mit Moderatoren und Publikum bereit sind. Schließlich ist das mediale Gewicht des MDR auf der Buchmesse beachtlich. Hervorragende Resonanz bekommt jährlich die Aktivität des Rundfunks beim Festival „Leipzig liest“ und beim „LitPop“-Event von MDR SPUTNIK, das mit Lesungen prominenter Autoren, Hörspielen, Live-Performances und DJs aufwartet.

Text zu MDR Sputnik (Bildpaar 3)
Auf dem Weg nach Sibirien
Das „Jugendradio DT 64“ war in der DDR Kult. Es brauchte Mut und eine nonkonforme Sturheit, West- Musik zu spielen – und zwar in voller Länge. Doch genau diese Haltung des Senders machte ihn auch nach der Wende in den Augen der Jugend glaubwürdig. Im Rahmen der Hörfunkrestrukturierung in letzter Minute vom MDR gerettet, hatte das Jugendradio dennoch einen Umbruch vor sich. Der Name wurde in „Sputnik“ geändert, einige Formate standen auf dem Prüfstand, und die Vorbehalte zwischen „Ossis“ und „Wessis“ waren auch im Mikrokosmos der Redaktion spürbar. Im November 1992 stand der Umzug aus der Berliner Nalepastraße (Bild) in die Hörfunkzentrale in Halle an, was „für viele Berliner einer Versetzung nach Sibirien gleichkam“, erinnert sich Sputnik- Programmchef Reinhard Bärenz, der bereits seit April 1992 dabei ist.
Auf dem Weg in den Tag
Aus dem gar nicht sibirischen Halle ist MDR SPUTNIK nicht mehr wegzudenken. Der inhaltliche Anspruch des Senders ist bis heute, ein qualitativ erstklassiges Wortprogramm zu leisten und zugleich Musik zu spielen, welche die jungen Radionutzer in der Region hören wollen. Das SPUTNIK-Team (Bild) möchte der Tagesbegleiter seiner Hörer sein: morgens die wichtigsten News und das Wetter, kurze Meldungen des Tages als Info-Inseln eingespielt, und dazwischen viel gute Musik. Live-Acts bekommen ebenso ihre Bühne, sei es beim SPUTNIK-Radiokonzert oder auf dem SPUTNIK Spring Break Festival. Reinhard Bärenz bereitet die Planung der SPUTNIK-Inhalte bis heute jede Menge Freude. „Das Schöne an der Arbeit ist die Möglichkeit zu gestalten, so ähnlich wie wenn man ein Haus baut.“
Nach diesem Prinzip wurden insgesamt 56 Texte erstellt, die nun in einer MDR-Jubiläumsausstellung in allen drei Ländern zu sehen sein werden.